Auf diese Steine kann sie bauen

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 12.02.2009
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 Essen, 26.12.2008, MARCUS SCHYMICZEK
 
In Sandra Bartons Legowerkstatt finden verzweifelte Bauherren erste Hilfe. 600 Kilo lagern dort in den Kisten.

Sie haben Ihren Kindern oder Enkeln zu Weihnachten Lego geschenkt? Vor einem Jahr hat unser Filius von Oma und Opa eine Feuerwehrstation aus Lego bekommen. Unser Kleiner war erst vier, und so saß die ganze Familie den lieben langen Heiligen Abend unterm Tannenbaum und setzte mit Engelsgeduld Lego-Häuschen, -autos und -männchen zusammen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war die Feuerwehrstation endlich fertig und das Essen kalt. Heute, ein Jahr danach, liegt sie in Trümmern in einer großen Kiste voll mit Legosteinen, und ich gehe jede Wette ein: Die bekommt niemand mehr zusammen.

Sollte es Ihnen ähnlich ergehen: Es wäre ein Fall für Sandra Barton und ihre Legowerkstatt. Die verbirgt sich in einem Reihenhaus in Katernberg. Wer dort die Treppe ins Dachgeschoss hinaufsteigt, betritt eine andere Welt. Eine aus Lego. Ach was, es ist nicht eine Welt, es sind dutzende: das alte Ägypten, Harry Potter, Piraten-Inseln, unendliche Weiten des Weltalls...

Allen, die nicht mehr so vertraut sind mit dem Steckspielzeug, das der dänische Tischlermeister Ole Kirk Christiansen 1949 erfand, sei gesagt: Mit den bunten Kunststoffquadern von einst hat das moderne Lego nur noch wenig gemein. Früher genügten ein paar Steine und viel Phantasie, heute ist eine Bauanleitung unverzichtbar, und die kann schon mal so dick ausfallen wie das Telefonbuch einer dänischen Kleinstadt.

Baupläne so dick wie ein Telefonbuch

Der Bauplan für einen Star-Wars-Lego-Raumkreuzer etwa, mit dem neulich Bartons Nachbarsjunge vor der Tür stand, zählt 75 Seiten und erinnert an ein 1000-Teile-Puzzle frei nach dem Motiv: Schneehase hockt vor Schneelandschaft oder Blauwal taucht im tiefblauen Atlantik. Eben was für Anspruchsvolle ohne Nerven und mit gaaanz viel Zeit.

Und so was macht Spaß? "Nein, das ist purer Stress", sagt Sandra Barton und grinst. 467 verschiedene Modelle hat die 38-Jährige schon zusammengesetzt. "Basteln und Tackern war schon immer mein Ding", erzählt die gelernte Medizinische Präparatorin.

Alles fing damit an, dass ihr Mann Thomas, Fahrzeugbauer von Beruf, vor fünf Jahren eine Merklin-Eisenbahn anschaffen wollte. Und wer weiß, wie es heute unterm Dach aussähe, hätte er die Idee tatsächlich aufs Gleis gesetzt - wahrscheinlich wie auf dem weltgrößten Verschiebebahnhof in Miniaturformat. Weil Sohnemann Florian damals aber erst ein Jahr alt war, entschied das Paar sich für Lego. Die Weichen waren gestellt. Auf diese Steine kannst du bauen, dachte sich Sandra Barton und eröffnete ihre Legowerkstatt. Wer sich nicht mehr zurecht findet, in der Welt aus tausend und einem bunten Stein, ist hier an der richtigen Adresse. Wohl sortiert nach Farbe, Größe und Form lagert der Baustoff in Plastikkisten - insgesamt mehr als 600 Kilogramm schwer und soviel Wert wie ein Mittelklassewagen. Baupläne aus längst untergegangenen Lego-Welten füllen ein dutzend Aktenordner und reichlich Speicherplatz im PC. Sandra Barton findet ihn mit Sicherheit, den Lego-Stein der Weisen.

Nicht nur Nachbarsjungen bauen auf ihre Legowerkstatt, Bauherren aus dem ganzen Legoland melden sich per E-Mail, in fast hoffnungslosen Fällen schaut Sandra Barton auch persönlich vorbei im Kinderzimmer.

Nähere Informationen unter: www.Legowerkstatt.de SAMMLER-TREFFEN Sandra Barton stellt einige ausgewählte Lego-Welten am morgigen Sonntag, 28. Dezember, auf der Lego- und Playmobilbörse in der Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, aus. Von 10 Uhr bis 17 Uhr präsentieren Sammler ihre schönsten Exponate - von der Schwarzwaldlandschaft bis zur Eigenkreation. Erwachsene zahlen zwei Euro Eintritt, Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen einen Euro, Familien (mit Familienkarte) zahlen 3,50 Euro.

Zuletzt geändert am: 13.02.2009 um 17:38

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