Große Liebe zu kleinen Steinen

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 05.02.2009
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 Essen, 28.12.2008, Von Katharina Bons

Über 2000 junge und alte Spielzeug-Fans kamen zur ersten Lego- und Playmobilbörse in die Zeche Carl.
In der Eingangshalle präsentierten Sammler ihre schönsten und spektakulärsten Bauten. 

Aus rund 6000 Lego- und Duplosteinen hat Sandra Barton den Förderturm der Zeche Zollverein nachgebaut, die Turbinenhalle ist in Arbeit.
Fotos: WAZ, Frank Vinken (waz / Frank Vinken)

25 Cent kostet eine der winzigen Lego-Blumen, zwei Euro eines der kleinen roten Fahrräder, die sich in der Nachbarbox stapeln. Nur einen Tisch weiter ist ein ganzer Playmobil-Fuhrpark aufgebaut. Vor dem gelben Wohnmobil parkt ein Polizeiauto, daneben steht ein Jeep samt Pferdeanhänger.

Zahlreiche große und kleine Fans der Plastiksteine und -figuren kamen gestern in die Zeche Carl zur ersten Lego- und Playmobilbörse. Veranstalter und Neu-Essener Aleksander Farkas war überwältigt vom Besucheransturm und wurde zeitweise zum Türsteher. Weil die Räume so schnell voll waren, durften nur neue Besucher eintreten, wenn andere nach Hause gingen. "Ich hatte gehofft, dass 500 Menschen über den Tag verteilt kommen." Doch schon nach einer Stunde war diese Marke geknackt und die Schlange vor der Eingangstür wieder länger geworden. "Es ist toll, dass die Leute so viel Geduld mitbringen", freut sich der 28-Jährige.

Mit großen Augen bestaunen die kleinen Besucher die ausgelegten Neu- und Gebrauchtwaren, lassen sich von ihren Eltern hochheben, um alles zu sehen, rufen "Das hab´ ich auch" oder "Guck´ mal hier". Sogar aus Frankreich ist eine Gruppe Sammler angereist.

Familie Imkamp aus Burgaltendorf unternahm ihren Sonntagsausflug auf die Börse. "Mir gefällt, dass man die Steine so zusammenstecken kann, wie man will", sagt Lego-Fan Yannick (6). Auch Vater Markus (39) hat als Kind schon mit den bunten Steinen gespielt. "Spielt er heute noch", sagt seine Frau Claudia. Die 31-Jährige ist besonders angetan von den Modellen, die vier Sammler in der Eingangshalle präsentierten. "Ich interessiere mich eher für die Details als für das Bauen an sich."

Den Förderturm der Zeche Zollverein hat Sandra Barton aus etwa 6000 Steinen zusammen gesteckt. "Die Duplos habe ich meinem Sohn entwendet, weil ich keine roten Steine mehr hatte", erzählt die Essenerin, die ein Lego-Museum eröffnen will. Ihr Ziel ist es, alle 10 000 Lego-Modelle nachzubauen, 467 stehen schon auf und in den heimischen Regalen.

In mehreren Reihen drängeln sich die Besucher um den Tisch von Wilfried Lange. Ein vom Foto nachgebautes Schwarzwaldhotel steht neben einer riesige Burganlage und mehreren Fantasiehäusern. Außerdem hat der 60-Jährige ein 50 Zentimeter großes blaues Lego-Männchen gebaut. Die kleine Vorlage ist nicht einmal so groß wie der Fuß des Abbilds. "Ich habe als Kind schon mit Lego gespielt, dann habe ich mit den Kindern viel gebaut und als die kein Interesse mehr hatten, habe ich weitergemacht." Dass die kleinen Steine mit den Noppen so vielfältig einsetzbar sind, fasziniert ihn. Zuhause in Ennepetal stehen noch weitere große Bauten. Insgesamt 300 Kilogramm Legosteine besitzt Lange. Über jeden ver- und gekauften Steine führt er Buch. "Monatlich kostet das Hobby 17 bis 18 Euro." Auch auf der Essener Börse ist er fündig geworden. Bei einem der 18 Händler hat er sich Fenster für eines seiner nächsten Projekte gekauft.

Auch in der Spielzeugkiste der dreijährigen Sophia gibt es Zuwachs. Die Kleine hat mehrere Playmobilpferde, darunter ein Einhorn, erstanden. Auch ihr großer Bruder Noah (6) spielt gern mit Playmobil und Lego. "Es ist sinnvolles Spielzeug", findet Sabine Hafermann (36) aus Karnap. "Es fördert die Kreativität und das räumliche Denken und geht nicht so schnell kaputt."

Am Stand von Ralf Erdmann liegen Nilpferde, Elefanten, Delfine und Kängurus bunt gemischt in einer Kiste. Der Inhaber des Fronhauser Sammlergeschäfts "Lumerland" ist auf Figuren spezialisiert und verkauft vor allem gebrauchtes Playmobil. "Es muss ja nicht immer alles neu sein", sagt der 49-Jährige durch ein Regal mit Polizisten und Bauarbeitern hindurch. Dass es nun auch eine Börse in Essen gibt, freut ihn. "Das Geschäft läuft sehr gut."


Quelle: derWesten.de

Zuletzt geändert am: 13.02.2009 um 18:29

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